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Geburtstagsüberraschungen

09.04.2015 17:01

Hutu habada shubashya galu!! (Happy Birthday auf Kannada)

 

Es ist der 31. März 23.15. Meine Gastfamilie liegt bereits schlaffertig im Wohnzimmer auf dem Boden und das Licht ist aus. Es sieht nicht danach aus als würden wir in meinen 19. Geburtstag reinfeiern.

Was mache ich also, ich lege mich ebenfalls ins Bett und schlafe!

Mitternacht. Aus dem nichts ertönt das Klingeln eines Weckers und völlig verwirrt sitze ich kerzengrade im Bett als meine Gastschwester Shreya  (die Verantwortliche für den Wecker:D) schon zur Tür reinkommt und mir alles Gute zum Geburtstag wünscht.

Alle sind wach und ein Geburtstagskuchen mit Kerze steht auf dem Tisch!! Indischer Geburtstagstradition gemäß füttern mich alle mit einem Stückchen und essen anschließend selber etwas. Nach dieser tollen Überraschung geht es erstmal wieder ins Bett, diesmal wirklich!

Morgens gibt’s dann mein Lieblingsfrühstück, ich spiele wieder Puppe und lasse mich von meiner Gastmama in meinen Sari einwickeln und danach geht’s los Süßigkeiten für die Tent school Kinder kaufen. Mit 320 Rupies weniger in der Tasche steige ich also in den Bus und treffe dort nur meine indische Kollegin Shalini an, von meiner Mitfreiwilligen Sofia fehlt jede Spur. Nichtsahnend frage ich wo sie denn stecken würde und sie antwortet mir, sie habe verschlafen ( ich hab‘s doch tatsächlich geglaubt). Einen weiteren Bus später sind wir in Yedthadi. Während wir auf unsere ‚Schule‘ zu laufen entdecke ich schon die ersten Spuren einer Überraschung: im Zelt hängen Luftschlangen. Kaum sind wir drinnen fangen alle Kinder (ie bereits vollständig versammelt sind) an Happy Birthday zu singen! Anusha and Swapna halten ein Plakat mit „Happy Birthday Teacher“ in der Hand und vor allen steht ein kleiner Tisch mit einem Geburtstagskuchen drauf! Schuld an dem Ganzen ist natürlich meine Mitfreiwillige und Freundin Sofia, die extra eher hingefahren ist, um mit den Kindern alles vorzubereiten! Ich habe mich so gefreut, ich hatte Tränen in den Augen! Dann gab es natürlich große Händeschüttlei und im Anschluss den von allen heißbegehrten Geburtstagskuchen! Anschließend haben wir noch gespielt, gesungen und rumgetobt! Es war einer der besten Tage in der Zeltschule und ein schöneres Geschenk hätten mir die Kinder zusammen mit Sofia nicht machen können!

Lunch hab ich dann zusammen mit meinen Lehrerkolleginnen und Sofia gegessen.  Sie haben zum ersten Mal Pizza probiert, ich muss allerdings eingestehen- sie mochten es nicht..

Zur Krönung waren wir dann noch am Strand und haben Kräcker mit Käse (!!) gegessen während wir uns den Sonnenuntergang über dem indischen Ozean angeschaut haben.

Zurück in der Gastfamilie wartete auf unsere ( leider schon recht vollen) Mägen in super tolles indisches Dinner, das es an nichts fehlen ließ. Meine Gastmama hat sich mal wieder selbst übertroffen.  Völlig gesättigt und absolut glücklich ging einer der besten Tage in Indien dann für mich auch zu Ende.

(Für Bilder schaut bitte in meiner Galerie vorbei!)

Basrur 2.0 Die kleinen Dramen

10.03.2015 17:19

Das „Good afternoon“ ist weit von Einstimmigkeit entfernt, die SchülerInnen fragen nicht ob sie den Klassenraum betreten dürfen und die ‚Englisch Conversational class‘ wird sehr sinnvoll für das vervollständigen der Hausaufgaben genutzt.

In deutschen Klassenräumen alles kein zu großes Drama, aber in der Basrur High School nicht üblich und daher ein Zeichen von Respektlosigkeit- die uns so leider Tag für Tag dort mehr in unseren Stunden entgegenschwappt.

Nicht nur das, einige fangen auch  an mich nachzuäffen und reagieren nicht, wenn ich sie darauf hinweise, dass sie stören oder stehen nicht auf, wenn ich sie zur Tafel gehen sollen. Dazu kommt das in einigen Klassen eine Lautstärke herrscht (kein Wunder wenn 35-50 SchülerInnen gleichzeitig quatschen) gegen die es unglaublich anstrengend ist anzureden.

Das bedeutet im Moment läuft nicht alles so wie geplant. Dazu kommt leider noch, dass nicht nur das Unterrichtenn schwieriger und vor allem anstrengender wird, sondern, dass auch leider bisher keine wirklichen Fortschritte zu sehen sind.

Am Anfang haben wir uns versucht an den Wunsch des Head Teachers zu halten Conversational English zu unterrichten. Jedes Mal haben uns die Schüler aber entweder durch Arbeitsverweigerung oder das Ergebnis der Erarbeitungsphase gezeigt, dass das nicht das ist was sie machen wollen und vor allem können.  Auf unsere Frage in einer Klasse hin, was wir mit ihnen machen sollen, haben wir die Antwort bekommen „question and answer“. Das bedeutet also den gleichen Englischunterricht, den sie im Grunde genommen auch so schon haben. Es gibt einen Text und dazu Fragen, die entweder durch Kreuzchen oder kurze auswendig gelernte Sätze beantwortet werden können. Das Ergebnis dieses Unterrichts ist, dass die Mädels und Jungs zwar viele Vokabeln können und englische Texte oder eine englisch sprechende Person verstehen, aber nicht in der Lage sind selbstständig Sätze zu bilden- und das ist natürlich die erste und wichtigste Voraussetzung von Konversation.

Also habe ich jetzt erstmal beschlossen mit den grundlegenden Grammatiken (Simple present, present progressive und Satzbau) anzufangen, damit sie die vielen Vokabeln, die sie kennen, auch richtig anwenden können. Zum Teil haben die SchülerInnen auch echt großes Interesse und es ist einfach schön zu sehen, wenn sie die Aufgaben, die sie von der Tafel kopieren richtig ausfüllen! Manchmal sind die Lösungen immer noch falsch und beim Sprechen klappt es auch noch nicht auf Anhieb, aber ich möchte auf jeden Fall bis zu den langen Sommerferien, die im April beginnen am Ball bleiben und hoffe, dass es sich bei einigen so einschleift, dass sie es tatsächlich verwenden können!

Was besonders gut funktioniert sind  Spiele, bei denen sie in Gruppen gegeneinander antreten müssen, weil dann alle aufpassen und ihre Aufmerksamtkeit auf die Tafel und somit die Grammatik richten. Sie dabei ruhig zu halten ist gar nicht so einfach vor allem, wenn sie sich dann über gewonnene Punkte freuen! Effektiv wirkt aber sie ihnen wieder wegzunehmen, wenn es allzu laut wird! Somit habe ich auch endlich einmal etwas was ich als Konsequenz aufzeigen und auch wirklich durchsetzen kann. Schließlich bekommen sie von uns keine Noten, wir sind keine offiziellen Lehrer, es gibt keine Hausaufgaben und schlagen tun wir sie natürlich auch nicht. Ob wir dann sagen „Seid leise“ oder es eben nicht tun, das konnte den SchülerInnen ja bislang ziemlich egal sein, vor allem wenn wir uns auch sonst nicht konsequent durchgesetzt haben.

Es ist aber erstaunlich was für eine Wirkung ich erreichen konnte als ich am Anfang der Stunde schlicht darauf geachtet habe, das alle stehen beim Begrüßen und sie gemeinsam „Good afternoon“ sagen- also so wie es eigentlich sein sollte. Außerdem hab ich angefangen die SchülerInnen wieder rauszuschicken wenn sie nicht wie üblich um Erlaubnis bitten, wenn sie den Klassenraum betreten. Diese eigentlichen Kleinigkeiten haben sie am Anfang sehr irritiert und zunächst einmal dafür gesorgt, dass sie besser auf mich gehört haben! Ich hoffe, dass ich mit diesen Veränderungen meines Verhaltens auch weiterhin Erfolg erzielen werde.

Fortsetzung folgt..

Basrur 1.0

06.03.2015 13:48

Eine Zeltschule am Tag. Zwei Stunden Einzelunterricht. Das war mein Anfang im Projekt.

 Von Überarbeitung also keine Rede und das Öffnen einer anderen Tent school nicht in Sicht.

 

So kam es, dass unsere Koordinatorin eines Nachmittages mit uns zur Basrur Kannada Medium High School fuhr, weil der Head Teacher dort nach Volunteers verlangte. Mehrfachst schon hatte er FSL darum gebeten seiner Schule Freiwillige zuzuteilen. Da saßen nun WIR in seinem Büro, um unsere Projekterweiterung festzuklopfen.

Aus den von FSL vorgeschlagenen 2-3 Nachmittagen die Woche wurden schnell 5 (fünf Klassen jeweils zwei Mal die Woche passt ja auch wunderbar) und unsere neue Arbeitsstelle wurde mit einem Chai begossen. Fortan hieß es also für Bella und mich: Mittags raus aus der Tent School und für zwei Stunden rein ins reguläre Schulleben nach Basrur (Unsere vier täglichen Busfahrten wurden dadurch also um läppische zwei weitere ergänzt).

 

 Ziel unseres Unterrichts dort sollte es sein den 8. bis 10. Klässlern „English Conversational Classes“ zu geben, sie also in die Lage zu versetzen sich auf Englisch zu unterhalten. Voller Motivation mit Kindern arbeiten zu können, die bereits englisch lesen und schreiben können, entwarfen Bella und ich Themeneinheiten  zu „Arbeit“ und „Kultur“ mit denen wir die SchülerInnen zum Sprechen bringen wollten. Die Atmosphäre war allerdings auch deutlich anders als in der Zeltschule. In letzterer sitzen wir mit den Kindern in einem Kreis, sozusagen auf einer Augenhöhe auf den Matten und verteilen Aufgaben, erklären und spielen und kuscheln aber auch. Jetzt standen wir als richtige „Lehrer“ vor 35 bis 50 Jugendlichen in Schuluniform, die uns erwartungsvoll anschauten. Ich war sehr froh, dass ich da nicht alleine stehen musste!

Da alle ja schon Vorwissen in der englischen Sprache hatten, dachte ich der Unterricht würde etwas produktiver werden als das Vokabeln lernen in der Tent School. Tatsächlich jedoch erwies es sich schwieriger als erwartet die Mädchen und Jungs zum Sprechen zu bringen. Die 13 bis 16- jährigen Jugendlichen waren zwar sehr motiviert und an uns interessiert, kannten auch viele Vokabeln und haben uns recht gut verstanden, aber selber Sätze formulieren war weit außer Reichweite. Trotzdem haben wir es weiter versucht und ihnen so gut wie möglich Hilfen gegeben, mit denen sie weiterarbeiten sollten.

 

 Gerade bei der Kultureinheit ist das Vergleichen von typisch indischem Essen/ Anziehsachen/ Religion / Sport mit europäischen Essen/ Anziehsachen/ Religion/ Sport gut angekommen. Es war faszinierend zu sehen, was die Jungen und Mädchen von Europa wussten oder glaubten zu wissen. Beim Essen kam natürlich jede Menge Fast Food, also die westlichen Produkte, die hier am meisten vertreten sind. Das war eine gute Gelegenheit ihnen dann auch etwas mehr von unserer eigentlichen Ernährung, vor allem in Deutschland, zu erzählen und ihnen somit verdeutlichen zu können, dass wir nicht alle ausschließlich nur Burger und Pizza essen.

 Spannend war auch die Klamottenfrage. Viele der SchülerInnen haben bei westlicher Kleidung T-Shirt und Pants angegeben, aber einigen war offenbar nicht bewusst, dass wir keine Chuddidahs in Europa tragen. Die Vorstellung war für mich im ersten Moment unvorstellbar, allerdings habe ich mich dann später gefragt was wohl SchülerInnen in Deutschland auf die Frage geantwortet hätten was ihre Gleichaltrigen in Indien tragen. Es würde mich überraschen, wenn es die Mehrheit gewusst hätte.

Laut und chaotisch beschreibt unsere Stunden wohl sehr gut, es hat aber trotzdem Spaß gemacht! Nur leider waren die Fortschritte der Klassen nicht ganz so groß wie erwartet.

Mein Tag im Überblick:

20.02.2015 04:11

Um Euch mal einen kleinen Einblick zu geben, wie mein Alltag( zumindest unter der Woche) aussieht habe  ich das Ganze mal ein bisschen chronologisch geordnet:

5.00         Das schrille klingeln meines Handy- alias Militärweckers reißt mich aus Träumen von Kinderschokolade und meinen Lieblings-                 OrangeBounce- Biscuits.

5.15         Nach einer kurzen Katzenwäsche im noch eiskalten Leitungswasser mache ich mich, bewaffnet mit meinem dicken Wollschal um                 die Schultern und einem Laken für die Yoga Übungen, auf meine nächtliche Wanderung durch das noch schlafende Kundapur.

5.35         Nach einem zwanzig minütigen Marsch (und etlichen Selbstverfluchungen, warum ich mir das eigentlich antue) erreiche ich den                 Kundheschwara- Tempel, in dem der kostenlose Yogaunterricht stattfindet.

5.40         Dort treffe ich auf Anna und gemeinsam versuchen wir den Übungen des Yogi zu folgen ( sie deutlich erfolgreicher als ich), die                 Gebete mitzusprechen ( das Suriah oder auch Sonnen gebet bringt mich  mit seiner Länge immer noch durcheinander) und uns mit                 Atemübungen zu entspannen.

7.10        Nach dem Unterricht quatsche ich noch ein bisschen mit Anna und mache mich dann auf den Weg zurück nach Hause, durch die                 mittlerweile aufgewachte Stadt.

7.40        Im Haus meiner Gastfamilie angekommen beginnt das Morgenprozedere: duschen( im immer noch eiskalten Wasser), Dosa essen,                 Chai trinken und die letzten Vorbereitungen für die Tent school treffen. 

9.00         Jetzt geht’s richtig los: ich mache mich auf meinen Weg zum Last Bus Stop ( meiner Bushaltestelle) um dort mit meiner Kollegin                 Shalini wie jeden Morgen den gleichen Bus zur Arbeit zu nehmen. Davor trinke ich allerdings noch das allmorgendliche Soda- der                 Verkäufer weiß mittlerweile schon Bescheid sobald ich in Sichtweite bin!

9:15         Die erste Etappe meiner täglichen Busodysse startet und nur zwei Stationen später treffe ich auf Bella( die andere Longterm                 Freiwillige in der Tent school) und unsere Midtermfreiwillige Sophia. Wir quatschen ausgiebig, lesen bildende Lektüre und kommen                 schließlich in Brahmavar an, wo wir nochmal in einen Bus nach Yedthadi umsteigen müssen.

10.30        Die Kekse für die Tent school sind gekauft, die Spielsachen geholt und die Kinder in die Schule gerufen, der Unterricht kann                 starten. Anderthalbstunden Mathe, Lesen und Englisch, wie in jeder anderen Primary School auch!

12.15        Schnell die Kinder verabschieden und dann beginnt die zweite, noch längere Busetappe in einem völlig von Schulkindern                 überfüllten Bus nach Brahmavar (wenn ich nicht gerade beim Bezahlen aus dem Bus falle stehe ich 15 Minuten lang wie eine                 Sardine in der Büchse).

13.45         Zwei weitere Busse später erreichen Bella und ich dann die „Basrur Kannada Medium High School“. Vor dem Unterricht wird aber                     erstmal Essen ausgetauscht, geschlemmt und Zeitung gelesen.

14.30         Der für die manuelle Schulklingel zuständige Mann schwingt seinen Stab, lässt den eisernen Ring läuten und damit beginnt das                        zweite Abenteuer des Tages:  zwei Mal 45 Minuten in denen wir jeweils gegen 35-50 Kinder anreden dürfen, ohne allerdings uns                     die Stimme für den nächsten Tag zu ruinieren!

16.00        Nach 90 Minuten Kommunikationsschwierigkeiten, Missverständnissen, viel Spaß und natürlich auch ein bisschen englischer                     Konversation sammeln wir das sechste und letzte Ticket für diesen Tag im Bus zurück nach Kundapur ein.

16.25         Offizielles Ende des Arbeitstages! ( von der Stunde Vorbereitung für den nächsten Tag am Abend nochmal großzügig abgesehen)                 Jetzt heißt es aber erstmal Prabhu, Parijatha oder Kini. Ergo Bella und ich gehen zusammen, mit anderen, getrennt mit anderen,                 noch einen Juice trinken oder Eis essen. Da Gadbud Anna’s und mein Lieblingseisbecher ist hat sich hierfür der Neologismus                 „gadbudden“ etabliert!

18.-19.00     Je nachdem wie viele Besorgungen ich noch tätigen muss komme ich um diese Uhrzeit endlich zurück in die Gastfamilie. Wenn                     ich Glück habe gibt es dann noch eine Runde Chai, wenn nicht heißt es „snana madu“ also Staub abwaschen! -diesmal in                                   warmem Wasser, denn das wurde über den Tag hinweg in den Leitungen aufgeheizt- Vielen Dank liebe Sonne!

Anschließend     : Vorbereitungen für die Tent school machen, Bustickets aufkleben, Briefe schreiben, mit meinen Gastschwestern                             rumalbern, Gesprächsversuche mit meiner Gastmutter, Bohuana(4) und Priya(2) bespaßen und und und..

21.00         Da ich keine Lust habe noch eine weitere Stunde auf das Abendessen zu warten, weil mir der Magen schon grummelt hol ich mir                     meinen Reis mit Sambar ab, mach mich Bett fertig und les noch ein bisschen.

22.00             Licht aus, aus die Maus.

22.04            Meine Gastschwester huscht nochmal schnell rein, weil sie bei mir im Zimmer ihr Handyladekabel vergessen hat. 

 

Der Elternsprechtag

05.02.2015 16:52

..von vielen Schülern gefürchtet, aber ein Muss
an allen deutschen Schulen. Es geht dann um Noten (gute oder schlechte), das
Betragen im Unterricht (störend oder eher weniger) oder um Hausaufgabenfleiß (
gemacht oder nicht gemacht).

Bei unserem 'Tent school Parents Meeting'
standen allerdings etwas andere Themen auf dem Programm, aber dazu später.
Zunächst einmal: wie kam es überhaupt dazu?! Als wir in der Orientation week
über die Aufgaben in unserer Tent school gesprochen haben hieß es ganz
hochtrabend es werde regelmäßig ein Parents Meeting angesetzt. Dort hieß es
allerdings auch wir würden erst zwei Wochen Observation machen, einen Kitchen
Garden bauen und Health Check ups alle drei Monate mit den Kindern machen- ich
muss wohl nicht dazu sagen, dass aus vielen dieser Aktivitäten nichts geworden
ist und auch von einem Parents meeting war bis vor kurzem noch keine Rede bei
unserem wöchentlichen Meeting. Was also war passiert, dass wir innerhalb von
einer Woche tatsächlich abends um sechs nochmals im Bus saßen um wieder in die
Tent school zu fahren, diesmal mit Verstärkung in Form von unseren
Koordinatoren? Für diese Eile gibt es zweierlei Gründe: 1. In der letzten Woche
war eines unserer Mädchen mit einem blauen Auge in die Schule gekommen und das
nicht, weil sie hingefallen war oder sich mit anderen Kids gekabbelt hatte,
sondern, weil ihr Onkel sie geschlagen hat, wie uns eine andere Mutter aus der
Tent Community berichtete. Das Mädchen, Anjeli (7), hat keine Eltern mehr und
lebt deshalb zusammen mit ihrer Großmutter und ihrem Onkel zusammen in
Yedthadi. Das wollten wir nicht ungeschehen lassen und es wurde beschlossen mit
der Familie zu sprechen. 2. Vor anderthalb Wochen ist einer meiner alten
Schüler aus den ersten Monaten in der Tent school wiedergekommen mit seinen
Eltern. Als er letztes Jahr da war musste er sich um seine 2-jährige Nichte
kümmern (sie ist jetzt mit ihrer Mutter in ihrem Heimatdorf geblieben). Wenn wir
ihn jetzt zur Schule gerufen haben deutete er nur auf seinen Vater. Andere
Bewohner der Zeltgemeinschaft erklärten meiner Kollegin Shalini der Vater sei
wirr im Kopf und baten uns um Hilfe. Tatsächlich konnten wir beobachten, wie er
vor sich hinredete, grundlos anfing im Wald umherzulaufen, sich also etwas
merkwürdig verhielt. Die Mutter von ebenjenem Jungen trinkt zum Teil enorme
Mengen Alkohol und verschwindet manchmal für einen Tag spurlos.

Diese beiden Fälle haben also die Planung des
"Tent School Elternsprechtags" etwas beschleunigt.

Am 4. Februar saßen dann also Shalini, die neue
Freiwillige Sophie, unsere Koordinatoren Gievan und Manjula nebst meiner
Wenigkeit wie schon gesagt abends im Bus auf dem Weg zur Tent Community. Es war
schon dunkel als wir ankamen und ein bisschen mulmig war mir schon, weil ich
nicht wusste wie die Eltern auf unseren Redeversuch ( besser gesagt auf den
Redeversuch unserer indischen Begleiter, denn wir können uns dafür noch nicht
ausreichend verständigen) reagieren würden. Die Kinder haben uns natürlich mal
wieder mit Begeisterung begrüßt und auch einige Eltern freuten sich sichtlich,
dass wir gekommen waren. Als erstes haben Shalini, Manjula und Gievan mit der
Familie von dem Mädchen das geschlagen wurde geredet und anschließend mit dem
Vorsteher der Tent Community über die Eltern des Jungen. Der Onkel habe
erklärt, dass er seine Nichte geschlagen habe, weil sie nicht das tue was er
sagt und sie sich wohl mit anderen Kindern gestritten habe, daraufhin hat
Gievan ihm gesagt, dass, sollte Anjeli nochmals mit blauem Auge in die Schule
kommen, sie weitere Schritte einleiten werden.

Anschließend wurden in der großen Gruppe nicht
etwa Themen wie schlechte Noten (die gibt es bei uns nicht, weil wir ja
schließlich keine Noten haben) oder nichtgemachte Hausaufgaben (die wir den
Kindern nicht aufgeben können, weil die Hefte in einer Kiste in der Zeltschule
aufbewahrt werden) besprochen. Sondern es ging um die Wichtigkeit von
regelmäßigem Schulbesuch, Hygiene und dann aber schon trotzdem ein Wenig um das
Betragen im Unterricht  etwa wenn die
Kinder ständig streiten. Shalini und Gievan haben den Eltern versucht zu
verdeutlichen wie wichtig es ist, dass ihre Kinder zur Schule kommen, das
Schulzelt sauber zu halten und vor allem wenn sie kommen auch gewaschen sind
und Zähne geputzt haben.  Das sind alles
keine Selbstverständlichkeiten, aber einige Eltern zeigten wirklich großes
Interesse. Die vier Überstunden haben sich offenbar richtig gelohnt, denn die
Wirkung war sofort am nächsten Tag sichtbar: Alle Kinder waren gewaschen,
hatten die Zähne geputzt, die Haare gemacht und das Schulzelt war sauber.
Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut und ich hoffe das bleibt auch in
Zukunft weiter so!!


Der Alltag

05.02.2015 16:45

...ist wieder eingekehrt, nur diesmal sehr
verändert, ich kann aber sagen: deutlich zum besseren!

Nachdem in meiner Tent school gar keine Kinder
mehr waren, sind es heute 23 allen Alters. Zwei Wochen lang habe ich erst in
der Tent school meiner Mitfreiwilligen Isabella Escobedo mitgearbeitet und als
dann die ersten Familien zurückgekommen sind ging es mit meiner Kollegin
Shalini wieder zurück nach Yedthadi. Jeden Tag schallt uns "Teacher, teacher,
teachaaaaa" nun schon entgegen bevor wir überhaupt richtig angekommen sind.
Wenn wir die restlichen Kinder dann von ihren Zelten abholen, wollen alle auf
den Arm genommen werden und springen an mir hoch wie an einem Kletterbaum! Hand
in Hand rennen wir dann zum Schullzelt und es antworten uns nicht mehr nur drei
Stimmen beim Pratana (Gebet), sondern ein ganzer Chor! Wenn das Unterrichten
vorbei ist spielen wir noch mit Fußbällen, Ringen und dem Federballset, das
spanische Besucher vor ein paar Wochen gespendet haben. Nach dem abschließenden
Gebet schnappen sich die Kinder dann unsere Taschen und tragen sie ganz stolz
vor uns her zur Bushaltestelle, warten bis unser Bus kommt und das letzte was
wir hören ist ihr "Bye Teacher", das so laut ist, dass sich alle im Bus nach
uns umdrehen.

Das alles war eine ganz schöne Umstellung muss
ich sagen. Nach zwei Monaten Einzelunterricht mit einem nur mäßig motivierten
Kind habe ich jetzt fünf Kinder gleichzeitig! ( Keine Sorge die restlichen 17
sind nicht alle bei Shalini sondern teilen sich auf Shalini und zwei neue Tent
school Freiwillige, die seit zwei Wochen da sind, auf). Meine Kiddys alle mit
Aufgaben zu versorgen ist nicht immer ganz einfach, vor allem wenn einem
währenddessen ein zwei jähriges Kind noch aufm Schoß sitzt! Die eigene
Aufmerksamkeit drei zu teilen war am Anfang äußerst anstrengend. Deshalb habe
ich angefangen ihnen Aufgaben in die Hefte vorher zu schreiben, damit ich
während der Stunden nicht auch das noch machen muss. Weil irgendwer will immer
meine Aufmerksamkeit, meistens eher drei Kinder gleichzeitig, und wenn es ist
nur ist " wo ist das Radiergummi" (im Übrigen ein hart umkämpfter Gegenstand
bei uns!). 

Vier von den 5 Kindern die ich unterrichte
haben außerdem annährend das gleiche Niveau, sodass ich mit ihnen die gleichen
Aufgaben machen kann und sogar ein bisschen richtigen "Unterricht". Mit den vieren
bin ich also gerade dabei das kleine 1x1 auswendig zu lernen, wir üben lesen
und schriftliches Subtrahieren. Außerdem habe ich angefangen englisch Vokabeln
mit ihnen zu lernen- bisher mit noch keinem überragenden Erfolg aber ich bin
zuversichtlich, dass es jetzt schnell vorwärts geht! Das Lesen ist immer noch
so eine Sache und es geht auch nicht so schnell voran wie ich das gerne hätte!
Zum einen liegt es daran, dass ich den Kindern auf englisch lesen beibringe und
zwar aus folgendem Grund: Ihre eigene Muttersprache Telugu wird nicht in
englischer Schrift geschrieben, es gibt also keine Gelegenheit bei denen den
Kindern es nützlich wäre und es gibt auch keine wirklichen Rechtschreibregeln.
Das hört sich erstmal nicht schlimm an, aber ich demonstriere mal an einem
Beispiel warum sich das doch als Barriere erweisen kann. Madikeri heißt der Ort
an dem ich um Weihachten wandern war, wird genauso gelesen wie ich es jetzt
geschrieben habe- zumindest mit deutschen Augen und in deutschen Reiseführern
steht er auch so drin. Stehen wir also an der Bushaltestelle und wollen unseren
exakten Abfahrtsort finden, lesen wir nirgendwo "Madikeri". Wir laufen und
laufen und laufen bis mir auf einmal das Schild mit der Aufschrift "Muddikary"
auffällt. Mit englischen Augen gelesen gibt es das gleiche wie das vorherige.
Das heißt selbst wenn irgendwo Telugu mal in englischer Schrift geschrieben
sein sollte, heißt es nicht, dass die Begriffe genauso aussehen wie ich sie
nach Gehör den Kindern beigebracht habe. Dazu kommt noch, dass sie die
englische Sprache, die dann ja auch mit lateinischen Buchstaben geschrieben
wird, nicht werden entziffern können, weil diesselbige ja einige Besonderheiten
wie etwa das "the" hat. Da ich weiß, dass es für die Kinder als Leseanfänger
schwierig ist englische Worte zu lesen, weil sie sie sich halt auch nicht
erschließen können wenn sie zumindest Teile lesen könnten, arbeite ich mit einer
Art Baukastensystem. Ich bringe den Kindern einfache, englische Vokabeln bei
und wie man sie schreibt (z.B. like). Daraus bilde ich dann kleine Sätze wie
"Raji likes dosa" die ich dann mit ihnen lesen übe. Ich wiederhole die Vokabeln
in unterschiedlichen Sätzen und Tag für Tag kommen dann neue Vokabeln und Worte
zum lesen dazu aber in Kombination mit den alten, damit sie die nicht vergessen werden. 

Diese Arbeit macht mir total viel Spaß und ich
hoffe, dass es erfolgreich weiter geht! Die Kinder habe ich auf jeden Fall
schon so lieb gewonnen, dass ich mir kaum vorstellen kann sie alle in 5 Monaten
nicht mehr zu sehen!


Die Unwägbarkeiten des Lebens

24.11.2014 15:38

..haben bei mir im Projekt zugeschlagen. In den letzten Jahren waren bis zu sieben Tent schools offen mit oft zwischen 15 und 30 Kindern. Es war mehr als genug Arbeit für einen Longterm Volunteer da. Aber jetzt wo das Projekt wieder mit zwei Longterms besetzt wurde gibt es im Prinzip nur zwei Tent schools und meine Projektpartnerin Isaella und ich sind in jeweils einer. Um unsere Stunden aufzustocken haben wir daher begonnen "Conversational Classes" in einer High school (8.-10. Klasse) in Bassuru nahe Kundapur zu geben. Heute morgen sind meine Kollegin Shalini und ich dann allerdings zur Tent school gekommen und es waren gar keine Kinder da. Die Familien mit den drei Kindern, mit denen wir bislang gearbeitet haben sind zurück in ihren Heimatort, weil ihr Vertrag ausgelaufen ist. Eigentlich hätten neue Arbeiter kommen sollen, damit die Arbeiten nicht still liegen, aber wahrscheinlich hat sich rumgesprochen, dass die Firma keinen Lohn gezahlt hat, sodass das neue Camp( und somit auch die Kinder) weggeblieben sind. Wie es jetzt genau weitergehen wird ist noch nicht klar, erstmal bin ich aber mit Isabella in der Tent school, in der sie gerade arbeitet.

Die Arbeit im Projekt

15.10.2014 13:22

 

Das Tent School Projekt gefällt mir super gut. Ich bin zusammen mit meiner Kollegin Shalini in einer tent school etwa eine Stunde mit dem Bus von Kundapur entfernt. Momentan sind nur drei Kinder da: Chingu, Keshi und Kaaza. Das bedeutet, dass wir im Moment im Prinzip Einzelunterricht machen. Shalini bringt Chingu und Kaaza das Alphabet bei und ich arbeite mit Keshi. Am anfang war die Arbeit etwas frustrierend. Das lag nicht an den Sprachproblemen (die Kinder sprechen Telugu und nur ein paar Worte englisch) sondern eher daran, dass ich das Gefühl hatte etwas ganz falsch zu machen. Denn egal was ich versucht habe (und ich  habe mittlerweile eine Menge verschiedener Techniken versucht) Keshi konnte sich die Buchstaben, die ich ihm beibringen wollte, einfach nicht merken. Besonders sich ähnelnde Buchstaben, wie P und R oder M und N wollten einfach nicht hängen bleiben. Deshalb hab ich angefangen nur einen Buchstaben pro Tag zu machen und den haben wir dann mit allen Farben aus dem Knetkasten geformt, mit allen 12 Farben des Wasserfarbmalkasten geschrieben und auf dem Boden abgelaufen. Das Ergebnis war immer noch das gleiche. Ich hab das Gefühl er ist sich langsam sicherer aber er kann die Buchstaben immer noch nicht sicher zuordnen. Irgendwann hab ich Shalini dann gefragt warum das alles nichts hilft ( weil sie die Techniken mit Farbe und Knete eigentlich gut fand und meinte ich soll damit weiter machen) und sie meinte, dass das von Anfang an schwierig gewesen wäre. Zu akzeptieren, dass er wahrscheinlich Jahre brauchen wird (sicher klappen momentan 5 von 26 Buchstaben und die sind das Ergebnis des letzten Jahres, die kleinen fehlen noch komplett) um lesen und schreiben zu lernen ist nicht einfach, denn ich denke das ist eine so essentielle Eigenschaft, die jeder braucht, einfach auch im Leben generell zurecht zu kommen.  Trotz dessen, dass es wahrscheinlich noch sehr lange dauern wird bis er MNO und PQR –auf die konzentriere ich mich im Moment abwechselnd- können wird, werde ich es einfach weiter versuchen ihm die Buchstaben beizubringen und mich mit ihm auf eine witzige Art und Weise um die Aufteilung der Knete streiten:)
 

Mein Leben in einer neuen Familie auf Zeit

15.10.2014 13:21

Zwei Schwestern- eine völlig neue Erfahrung für mich! Obwohl es nur zwei Gastschwestern sind ist es eine schöne neue Situation. Praktisch ist vor allem, dass sie in meinem Alter sind und wir viele Gemeinsamkeiten haben. Die beiden tanzen zum Beispiel auch zwischendurch mal gerne und deshalb haben wir „Dancing Classes“ eingeführt. Im Moment bringe ich ihnen einen Gardetanz aus Deutschland bei und wenn wir damit durch sind werden sie mir einen indischen Tanz zeigen, den sie mal bei einem Temple festival aufgeführt haben. Was vor allem sehr schön ist, ist, dass wir uns über viele Themen der indischen Kultur sehr offen unterhalten können und sie mir viel erklären können. So konnten wir auch schon über schwierigere Themen, wie Heiraten oder die Kasten, sprechen. Wir waren auch schon zusammen shoppen und sie haben mir zurecht geholfen welche Stoffe Schnitte ich für meine Chuddidahs und Saris nehmen soll. Und ich habe jemanden mit dem ich Klamotten tauschen kann, meine Gastschwester hat mir schon angeboten ihren Halb-Sari mal für eine Function zu tragen- also kultureller Austausch mal auf einer ganz anderen Ebene. 

Namaskaara

15.09.2014 18:16

 

Achtung! Dieser Blogeintrag wurde bereits vor einer Woche verfasst, konnte aber aufgrund von Internetproblemen erst jetzt veroeffentlicht werden.

Endlich angekommen!


Nach über 30 Stunden in Auto, Flugzeug und Bus sind wir ijgd-Freiwilligen in Kundapur zur Orientation week angekommen. Die Flüge mit Emirates waren sehr gut und wir hatten bei der Filmauswahl auch genug zu tun um die insgesamt zehn Stunden Flug zu überbrücken. Der Aufenthalt in Dubai war sehr interessant, denn der Flughafen gibt Einblick in den großen Reichtum der Scheichs. Angelegte Wasserbecken und mit Wasser besprudelte Meterhohe Wände präsentieren die äußerst hohe Liquidität. In Bangalore haben wir dann das erste Mal indischen Boden betreten und konnten uns direkt von der ausgefeilten Bürokratie dort überzeugen ( und von der großen Vorliebe der indischen Beamten für Stempel, die dann irgendwie alle sehr wichtig sind, damit man wieder ins Flugzeug kommt!)
Der erste Eindruck von Indien ist: es ist einfach ganz anders als zu Hause. Alleine der Linksverkehr kann einen auf der Straße schon ziemlich durcheinander bringen! Genauso der beste Freund der indischen Auto- und Busfahrer: die Hupe. Erste Erfahrungen zeigen allerdings, dass deren Verwendung auch zwingend notwendig ist, denn hier gilt das Recht des Stärkeren das immer versucht wird durchzusetzen und die Hupe ist in dem Fall die letzte Warnung. Aber es scheint zu funktionieren, denn Unfälle habe ich noch keine gesehen. Dafür aber Schlaglöcher und noch mehr Schlaglöcher, zum Teil so tief, dass der Bus sie im ersten Gang überfahren muss, da sonst die Achse droht zu brechen. Für die Passagiere fühlt sich das dann an als säße man auf einem schwankenden Kamel! Mit 35 Leuten in einem Kleinbus( wir haben gezählt) kann das ganz schön unangenehm werden!:D
Entschädigend für diese vor allem auch sehr heißen und körperkontaktreichen Busfahrten ist die  wunderschöne und sehr andere Landschaft- ganz andere Bäumen und der rötliche Boden! Allerdings ist es bisher nicht so warm, wie ich es mir vorgestellt habe, was vermutlich am Monsun Regen liegt-sobald der losgeht sollte man das Haus besser nicht mehr lassen (obwohl es in den Toiletten etwas reinregnet). Man kann nie sagen wie oft und wann am  Tag es wie aus Rieseneimern gießt, zum Glück geht das dann aber meist schnell vorbei. Wenn es gewittrig ist kommen dann noch Stromausfälle dazu, manche nur einige Sekunden lang andere ein paar Minuten.
 Insgesamt sind wir in dem Hauskomplex etwas außerhalb der Stadt mit 55 Freiwilligen auch von anderen Organisationen. Die sind alle super nett und es werden viele interessante Gespräche geführt. Bis auf sieben kommen aber alle  aus Deutschland.  Meine Ansprechpartnerin im Projekt und meine Koordinatorin bei FSL hab ich schon kennen gelernt und sie sind beide sehr zuvorkommend und helfen viel weiter- denn noch ist alles sehr verwirrend.  Auch die anwesenden Mitglieder von FSL sind alle sehr hilfsbereit! Und diese Hilfe brauchen wir auch, denn die neuen Regeln sind sehr ungewohnt. Es ist kompliziert darauf zu achten nur mit der rechten Hand zu essen, vor Älteren nicht mit gekreuzten Beinen zu sitzen und der Klamottenkauf für das Projekt ist auch eine halbe Kunst ( und das sind nur einige der neuen Regeln!). Bisher habe ich mir zwei typisch indische Oberteile gekauft und eine dazu passende Hose, natürlich durfte der Schal nicht fehlen. Gut ist nur, dass das Essen sehr lecker schmeckt und es hat (zum Glück!) noch nicht die indische Schärfe. Insgesamt geht die Orientation week für mich sogar zwei Wochen lang und die  intensiven Einheiten sind eng getaktet. Dabei gibt es nicht nur Einführungen in das indische ‚social life‘ und praktische Tips sondern auch einen Sprachkurs. Die drei Stunden werden hoffentlich helfen mein aus 35 Wörtern bestehendes Kannada aufzubessern! Die Vokabel und die Aussprache sind sehr kompliziert aber die ersten Basics sollte ich können wenn ich am Montag in meine Gastfamilie komme. Denn ich habe eine bestehend aus Mutter, Vater und zwei Kindern, beide sind älter als ich. Sie leben direkt in Kundapur city. Typisch indisch wird auch hier im Trainingscenter schon mit der Hand gewaschen. Ausprobiert habe ich das erst ein Mal, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es mit Sicherheit nicht eine meiner Lieblingsbeschäftigungen wird! Daher sollte ich schnell lernen ohne zu kleckern mit den Fingern zu essen:D
Das war’s erstmal von mir und ich melde mich wieder sobald etwas spannendes passiert und ich kann.